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Call for Papers

Call for Papers für die Gemeinsame Jahrestagung 2017 des Arbeitskreises „Politik und Kommunikation“ der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW), der Fachgruppe „Kommunikation und Politik“ der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) und der Fachgruppe „Politische Kommunikation“ der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft (SGKM)


Disliken, diskutieren, demonstrieren - Politische Partizipation im (Medien-)Wandel


Worum geht es?
Die politische Partizipation hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Das Repertoire politischer Partizipationsformen hat sich ungleich ausgeweitet, nicht zuletzt bedingt durch technologische und mediale Veränderungen. Neben den konventionellen auf Wahlen und Parteien gerichteten Formen der Beteiligung sind zahlreiche neue Beteiligungsformen entstanden, die im und mit Hilfe des Internets ausgeübt werden, so dass politische Kommunikation als Form der politischen Beteiligung an Bedeutung gewinnt. Daraus ergeben sich Veränderungen der politischen Kommunikation und der politischen Partizipation – mit Folgen für das politische System, die Medien und die Gesellschaft als Ganzes.


Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden gesetzt?
Diese Veränderungen werfen vor allem vier Fragen von zentraler Bedeutung auf, die auf der Tagung im Mittelpunkt stehen: (1) wie lassen sich Schnittstellen zwischen politischer Online- und Offline-Partizipation theoretisch beschreiben und erklären, (2) welche Bedingungen und Konsequenzen von politischer Online- und Offline-Partizipation lassen sich empirisch identifizieren, (3) in welcher Weise hat sich die politische Partizipation im Zeitverlauf verändert und (4) welche Methodik ist für die Untersuchung von politischer Online- und Offline-Partizipation angemessen. Antworten aus der Politikwissenschaft und aus der Kommunikationswissenschaft mit theoretischem, empirischem, dynamischem oder methodischem Fokus sollen gleichermaßen auf der Tagung präsentiert und diskutiert werden. Dementsprechend wird die Tagung vier Schwerpunkte setzen.


Schwerpunkt 1: Schnittstellen zwischen politischer Online- und Offline-Partizipation
Partizipation beinhaltet in der Politikwissenschaft und der Kommunikationswissenschaft unterschiedliche Aspekte. Während die Kommunikationswissenschaft Beteiligung in Form politischer Meinungsäußerungen und Diskussionen auf verschiedenen Internetplattformen als Partizipation versteht, geht es in der Politikwissenschaft vor allem um reale politische Mitbestimmung und Mitgestaltung, wofür unter anderem das Internet verschiedene Möglichkeiten bereithält.
Für die Beschreibung und Erklärung von Formen, Verbreitung und Umfang der Online- und politischen Partizipation haben sich verschiedene theoretische Ansätze etabliert (z.B. sozialstrukturelle Ansätze wie Ressourcen- und Cleavagetheorie; sozialpsychologische und sozialökonomische Ansätze). Offen ist aber bislang, inwieweit sich die bestehenden Erklärungsansätze für die Erweiterung des Repertoires politischer Online-Partizipationsformen eignen, inwieweit je nach Partizipationsform weitere Bedingungen als die bisher bekannten identifiziert werden können oder welche allgemeingültigen Erklärungen sich über das Repertoire verschiedener Partizipationsformen hinweg finden lassen. Vor diesem Hintergrund sind Beiträge willkommen, die sich mit den Dimensionen, Bedingungen und Auswirkungen politischer Online- und Offline-Partizipation theoretisch beschäftigen.


Schwerpunkt 2: Bedingungen und Auswirkungen politischer Online- und Offline-Partizipation
Neben der theoretischen Grundlegung sind empirische Beiträge erwünscht, die sich erstens mit verschiedenen Einflussfaktoren auf politische Online- und Offline-Partizipation beschäftigen (z.B. Motive, institutionelle oder soziale Einbindung). Weiterhin sind Beiträge zur Frage erwünscht, welche Gründe und Ursachen sich für politische Nicht-Partizipation offline und/oder online identifizieren lassen (z.B. Isolationsfurcht, fehlende Ressourcen). Solche Bedingungen dürften sich auf der Ebene einzelner Bürger (Mikro-Ebene), der Ebene von Gruppen und/oder Organisationen (Meso-Ebene) oder der Ebene politischer und medialer Systeme (Makro-Ebene) formulieren lassen.
Zweitens sind empirische Beiträge möglich, die sich mit den Auswirkungen von Partizipation auf einzelne Bürger (Mikro-Ebene) befassen (z.B. politisches Wissen). Auf der Meso-Ebene können Folgen für Gruppen und Organisationen in den Blick genommen werden (z.B. Parteien, Verbände, NGOs), insbesondere Folgen für deren mediale Aufmerksamkeit oder deren Erfolg bei der politischen Durchsetzung ihrer Interessen. Beiträge könnten beispielsweise in den Blick nehmen, ob das Internet zu neuen Formen basisdemokratischer politischer Partizipation motiviert oder vorhandene politische Strukturen verstärkt (Mobilisierungs- vs. Verstärkungs-/Normalisierungsthese). Auf der Makro-Ebene können mögliche Konsequenzen für Medien und für das politische System analysiert werden, zum Beispiel Auswirkungen auf Umfang und Gestaltung politischer Diskurse in den Medien oder auf die Qualität oder die Legitimität politischer Entscheidungen.


Schwerpunkt 3: Dynamiken von politischer Online- und Offline-Partizipation
Neben der Betrachtung von Ursache-Wirkungszusammenhängen an der Schnittstelle von politischer Online- und Offline-Partizipation sind auch Dynamiken zu betrachten, die sich aufgrund veränderter technologischer und medialer Bedingungen ergeben könnten. Vor diesem Hintergrund können beispielsweise empirische Beiträge zur Frage eingereicht werden, inwieweit verschiedene Formen, Verbreitungsgrade und Umfänge von politischer Partizipation einander im Zeitverlauf ergänzt oder ersetzt haben. Zudem sind hier Beiträge zur Frage willkommen, inwiefern Partizipationsformen im und mit Hilfe des Internets zu einem Zuwachs oder einer Abnahme an politischer Partizipation beitragen bzw. beigetragen haben.


Schwerpunkt 4: Methodische Herausforderungen
Auch in Bezug auf die Operationalisierung von Partizipationsformen im Bereich der politischen Kommunikation sollen von der Tagung neue Impulse ausgehen. Wie können verschiedene Partizipationsformen online und offline gemessen werden? Sind die klassischen Instrumente und Verfahren noch leistungsfähig genug? Welche methodischen Innovationen sind in der Kommunikationsforschung insgesamt angenommen worden, welche in der Politikforschung insgesamt, und welche in der Schnittmenge, der politischen Kommunikationsforschung? Beiträge zu diesem Schwerpunkt können einerseits die methodischen Herausforderungen durch mediale und technologische Veränderungen aufzeigen, andererseits aber auch zeigen, wie veränderte Kommunikationsbedingungen auch Analysen ermöglichen, die vor dem Internetzeitalter nicht gegeben waren (z.B. automatisierte Inhaltsanalysen; Beobachtung von Partizipationsverhalten im Internet, z.B. Data Mining).


Offenes Panel
Beiträge aus dem Bereich der Politischen Kommunikation oder Kommunikationspolitik, die nicht direkt zum Tagungsthema passen, können ebenfalls eingereicht werden.


Wie sollen die Beiträge eingereicht werden?
Erbeten werden theoretische, empirische und/oder methodische Beiträge. Vortragsvorschläge (für ca. 15 – 20 Minuten Präsentation) sind als aussagekräftige Extended Abstracts (800 bis 1.000 Wörter exklusive Literaturverzeichnis und Titelblatt) mit Angabe des Schwerpunkts oder „Offenes Panel“ einzureichen. Abgabetermin für die Einreichung von Abstracts ist der 16. Oktober 2016. Die Einreichung umfasst dabei zwei separate Dateien: Abstract und Titelblatt. Eine Formatvorlage für das Titelblatt finden sie hier.


Bitte senden Sie Ihr Abstract als Word-Datei an: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.


Der Beitrag darf in dieser Form nicht bereits publiziert oder auf einer wissenschaftlichen Tagung präsentiert worden sein. Dieser Sachverhalt ist im eingereichten Textdokument ausdrücklich zu erklären. Für empirische Beiträge ist zu beachten, dass diese bereits eine Dokumentation der Ergebnisse und eine darauf basierende Diskussion im Abstract enthalten. Empirische Einreichungen, die lediglich eine Vorausschau auf erwartete, aber noch nicht vorliegende Befunde enthalten, werden nicht in den Reviewprozess einbezogen.
Jegliche Angaben, die zu einer Identifizierung des Autors im Textdokument oder den Meta-Daten führen könnten, sind zu entfernen. Dies dient der anonymisierten Begutachtung Ihrer Einreichung. Die Vorschläge werden per Double Blind Peer Review begutachtet. Für die Auswahl der Vorträge gelten die in DVPW und DGPuK üblichen Kriterien: Bezug zum Tagungsthema, Güte der theoretischen Fundierung, Relevanz der Fragestellung, Relevanz der Ergebnisse, Angemessenheit der Vorgehensweise sowie Klarheit und Prägnanz der Darstellung.


Wie werden die Vorträge ausgewählt?
Die Ergebnisse des Reviews werden bis Ende November 2016 bekannt gegeben. Die Tagungsorganisatoren behalten sich vor, bei der Auswahl der Beiträge auch die Gesamtkonzeption der Tagung zu berücksichtigen sowie einzelne Vorträge als Invited Talks oder als Poster zu integrieren. Es ist geplant, positiv begutachtete Beiträge zum Tagungsthema in einem Special Issue der Zeitschrift bei Studies in Communication l Media zu veröffentlichen.


Wo und wann findet die Tagung statt?
Die Tagung wird am Donnerstag, den 16. Februar 2017 mit einem Get Together beginnen und am Samstag, den 18. Februar 2017 gegen Mittag enden. Die Tagung findet in der Jenaer Altstadt im Universitätshauptgebäude (UHG) am Fürstengraben 1 statt.

 

Wird es eine Kinderbetreuung geben?

Die Möglichkeit der Kinderbetreuung während der Konferenz ist bei hinreichender Nachfrage vorgesehen. Interessierte Eltern bitten wir um eine möglichst frühe Rückmeldung für die Betreuung ihrer Kinder, spätestens jedoch bis zum 1.12.2016. Die Rückmeldung erfolgt per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . Wichtig ist, Anzahl und Alter der zu betreuenden Kinder anzugeben.


Wer ist verantwortlich?
AK Politik und Kommunikation (DVPW)
Prof. Dr. Stefan Marschall
Dr. Isabelle Borucki
FG Kommunikation und Politik (DGPuK)
Prof. Dr. Katharina Kleinen-von Königslöw
Dr. Thomas Zerback
FG Politische Kommunikation (SGKM)
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Lokale Veranstalterinnen
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