Digital Journalism

Wie Nutzerkommentardiskussionen rational-kritisch werden

Hanna Marzinkowski und Ines Engelmann veröffentlichen Studie in Digital Journalism
Digital Journalism
Foto: Taylor & Francis
  • Bereich Empirische Methoden
  • Publikationen

Meldung vom: 24. August 2021, 19:13 Uhr

Aufgrund ihres potenziellen Einflusses auf die individuelle und gesellschaftliche Meinungsbildung ist die Qualität von Online-Diskussionen ein Thema von großem Interesse. Aus einer deliberativen Perspektive sind rationale Argumentation und kritische Reflexion zentrale Kriterien für einen guten Diskurs. Auf Basis der Literatur über die Wahrnehmung von Argumenten und die Bedingungen für die Äußerung von Widerspruch werden zwei zentrale Fragen untersucht:

  1. Wie hängt die Argumentstärke von Nutzerkommentaren mit der Wahrscheinlichkeit zusammen, (begründeten) Widerspruch zu erhalten?
  2. Beeinflussen die von den Nachrichtenorganisationen festgelegten Diskussionsnormen und technischen Merkmale diesen Zusammenhang?

Diese Fragen werden mithilfe einer manuellen Inhaltsanalyse von 14.690 Nutzerkommentaren auf neun deutschen Nachrichten-Websites beantwortet. Dabei stellt sich heraus, dass Kommentare mit einer höheren Argumentstärke mit größerer Wahrscheinlichkeit auf Widerspruch im Allgemeinen und begründeten Widerspruch im Besonderen stoßen. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit von (begründeter) Ablehnung auf Plattformen mit starken Diskussionsnormen und unterstützenden technischen Funktionen höher. Die Ergebnisse zeigen, dass die Qualität einer Diskussion sowohl mit der Argumentation der Nutzer als auch mit den Entscheidungen der Nachrichtenorganisationen zusammenhängen kann.

Hier kann der Aufsatz Open Access aufgerufen werden.

Marzinkowski, H. & Engelmann, I. (2021). Rational-critical user discussions: How argument strength and the conditions set by news organizations are linked to (reasoned) disagreement. Digital Journalism (online first).

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